Plastik Fluch oder Segen

Plastik ist inzwischen auch als Mikroplastik in vielen Lebewesen, die letztendlich auch in unserer Nahrungskette landen können.

Wegwerfen ist billiger als recyceln

Plastik ist bequem und praktisch. Wegwerfen ist billiger als recyceln. Plastik ist aber auch gefährlich. Es ist nämlich auch hochgiftig, denn es enthält auch u. a. Dioxine und Furane.

  • Lt. Untersuchungen der Hochschule Furtwangen / Allgäu, sind im Gegensatz zu Steinsalz, wo keine Partikel enthalten waren in allen Proben von Meersalz eine erhebliche Anzahl von Mikroplastik nachgewiesen worden.
  • In Untersuchungen des Rheins von der Thuner See bis zur Mündung wurden ebenfalls mit jedem Flusskilometer kontinuierlich ansteigend Tenside und Mikroplastik nachgewiesen.

Und, Plastik ist inzwischen auch als Mikroplastik in vielen Lebewesen, die letztendlich auch in unserer Nahrungskette landen.

So haben Wissenschaftler in Villefranche-sur-Mer an der Côte d’Azur, Mikroplastik in Feuerquallen nachgewiesen, die Teil der Nahrungskette sind und damit auch das Plastik.

  • Etwa 80 % der untersuchten Quallen hatten Plastik im Magen. Die Quallen werden von Fischen gefressen, die dann auf unseren Tellern landen.
  • Und damit fängt das Problem auch für uns Menschen an.
  • Es gibt sehr viel Plastik im Meer, bis zu 600.000 Teile pro km/2.

Plastikteile bieten hervorragende Bedingungen z. B. für Bakterien, die sich explosionsartig ausbreiten und mutieren. Diese Genmutationen stehen im Verdacht auch für Antibiotika Resistenzen verantwortlich zu sein.

Mikroplastik wird unter Wissenschaftlern auch als das verlorene Plastik bezeichnet. Es gibt in der Tiefe inzwischen Regionen, wo es mehr Mikroplastik als Plankton gibt und die Meeresbewohner in Zukunft dadurch bedingt ihr Fressverhalten ändern.

Dadurch wachsen sie nicht und durch die Gifte und Bakterien, die sie aufnehmen gelangen sie direkt in unsere Nahrungskette.

Es gibt mittlerweile fünf riesige Plastikwirbel in den Ozeanen. Alle bedingt durch die Drift in Äquatornähe. Inzwischen vermutet die Wissenschaft in der Arktis einen sechsten großen Plastikwirbel. Darüber hinaus gibt es noch viele kleinere Strudel. Das größte Problem ist allerdings das “Verlorene Plastik“ auf dem Meeresgrund.

Bei Hochseevögeln, wie dem Eissturmvogel den man repräsentativ untersucht hat, hat man bei 95 % der Tiere Plastikmüll in den Mägen festgestellt.

  • Inzwischen sind in Proben von Bier, Honig und Wasser durch die Umwelttoxikologin Heather Leslie von der Freien Universität Amsterdam Mikroplastikfasern nachgewiesen worden.
  • Es ist schockierend festzustellen, dass wir inzwischen keine Kontrolle mehr über das Material Plastik haben.

Der Industrieverband PlasticsEurope Deutschland schweigt es tot. Lt. deren Verbandspräsident erfüllt Kunststoff ein “Zitat: Tolles Leistungsspektrum“.

  • Ein “tolles Leistungsspektrum“ was sich aber auch gefallen lassen muß, kritisch hinterfragt zu werden.
  • Die Kunststoffindustrie bezeichnet Plastik als das Material des 21. Jahrhunderts. Umweltverbände bezeichnen es als das Problem des 21. Jahrhunderts.
  • Allein die Länder Süd/Ost Asien sind für über die Hälfte der Plastikverschmutzung verantwortlich.
  • Aber auch bei uns wird durch die zunehmenden Singlehaushalte immer weniger in immer mehr Plastik verpackt.

Deutschland ist mit 220 kg Verpackungsmüll pro Kopf immer noch “Europameister“.

Wurden vor 70 Jahren weltweit nur knapp 2 Mio. Tonnen Kunststoffe produziert, stieg die Produktion 2015 auf bereits 380 Mio. Tonnen.

Inzwischen sollen etwa 3,8 Milliarden Tonnen Plastik produziert worden sein. Mehr als die Hälfte davon in den letzten Jahren.

  • Der einzige Ausweg aus dem Dilemma ist Circular Economy, nicht das was in Deutschland allgemein unter Kreislaufwirtschaft verstanden wird.
  • Was in Deutschland als Kreislaufwirtschaft bezeichnet wird ist allerdings alles andere als eine solche. Die deutsche Wirtschaft ist in erster Linie eine Entsorgungswirtschaft.

Wir müssen Plastik als wertvollen Rohstoff begreifen. Dazu bedarf es auch, dass wir viel weniger Sorten brauchen. Dann kann es gelingen, dass z. B. aus einer PET Flasche als nächstes ein Pullover und anschließend ein Paar Schuhe wird.

  • Als ersten Schritt müssen wir den Verbrauch von Plastik, vor allem bei den Verpackungsmitteln drastisch reduzieren.
  • Gleichzeitig müssen es schaffen, Plastik auf das Niveau eines unendlichen Kreislaufs zu heben.
  • Dazu ist es erforderlich, dass gesellschaftliche Schichten zusammen arbeiten.

Zuerst muß die Politik durch kluge Vorgaben Weichen stellen. Die Industrie, für Veränderungen in den Produktionsprozessen, die es durch diese für sie lukrativen Weichenstellung gibt, und letztlich der Verbraucher, der überzeugt von dem neuen System ist und sein Konsumverhalten ändert.

Aber als erstes ist die Politik gefragt. Es ist erforderlich, dass schnell gehandelt wird. Das Problem ist zu massiv, als dass wir es auf die lange Bank schieben können.

https://reset.org/knowledge/biokunststoffe-eine-gruene-alternative-zu-konventionellem-plastik

Alles Plastik oder was…

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